Meine Name ist Lars Tönsfeuerborn (35), mein Leben war kein gerader Lebenslauf.
Meine Kindheit war geprägt von Verlust und häuslicher Gewalt. Meine Mutter nahm sich das Leben, als ich noch jung war. Dieser Einschnitt hat mir früh gezeigt, wie verletzlich Menschen sind und wie schnell Stabilität zerbrechen kann, ohne dass es jemand merkt. Mit 16 Jahren bin ich von zu Hause weggelaufen. Nicht aus Trotz, sondern weil ich keine andere Wahl hatte. Ich habe früh gelernt Verantwortung zu übernehmen, nicht freiwillig, sondern aus Notwendigkeit.
Ich habe gearbeitet, wo Arbeit gebraucht wurde: in der Altenpflege, im Einzelhandel, in der Gastronomie, in der Leiharbeit, im Lager. Ich habe Ausbildungen begonnen welche nicht abgeschlossen wurden, war hoch verschuldet und habe zeitweise von Hartz IV gelebt. Existenzangst kenne ich nicht aus Reden, sondern aus eigener Erfahrung.
Mit Anfang zwanzig habe ich eine nahe Verwandte pflegend begleitet. Diese Zeit hat mich an meine Grenzen gebracht und mich in eine schwere Depression geführt. Gleichzeitig hat sie mir einen tiefen Respekt vor den Menschen gegeben, die in der Pflege arbeiten oder Angehörige versorgen, oft still, selbstverständlich und jenseits öffentlicher Anerkennung. Diese Erfahrung hat mich selbst beruflich für Jahre in die Altenpflege und Betreuung geführt.
Später habe ich mir Stabilität aufgebaut, unternehmerische Verantwortung übernommen und ein Unternehmen gegründet. Ich kenne Unsicherheit, aber auch Verantwortung.
Beides prägt meinen Blick auf die Politik und die Gesellschaft. All das bringe ich mit, sicherlich nicht als Anspruch, sondern als Angebot.
Gerade in Düsseldorf, wo Erfolg, Leistungsdruck und soziale Unterschiede dicht nebeneinanderliegen, wissen wir alle, wie wichtig Stabilität ist – für uns selbst und für unsere Stadt.


